E-Learning

  • 1. Allgemeine Informationen

    Die Türkei bietet außerordentlich gute Voraussetzung für den ökologischen Landbau: ideale klimatische Bedingungen, ein relativ niedriges Lohn- und Kostenniveau, eine sehr gute Infrastruktur sowie die Nähe zu Europa machen die Türkei zu einem interessanten Produktionsland für Öko-Erzeugnisse. Gleichzeitig unterstützt die türkische Regierung den Öko-Landbau mit Direktzahlungen an die Erzeuger und anderen Fördermassnahmen. Auf der anderen Seite stehen Herausforderungen: die kleinstrukturierte Landwirtschaft, der generell tiefe Ausbil-dungsstand der Erzeuger und die zum Teil komplexen Wertschöpfungsketten erschweren die Rückverfolgbarkeit der Produkte und die Kommunikation zwischen den beteiligten Akteuren. Beides ist jedoch von zentraler Bedeutung für die Sicherstellung einer optimalen Produktqualität, wie sie vom Markt gefordert wird. In diesem Sinne muss garantiert werden können, dass die Produktionsvorschriften für den ökologischen Landbau strikt eingehalten werden und es auf keiner Stufe zu einer Kontamination mit chemischen Pestiziden oder konventionell produzierter Ware kommt. Dieses E-Learning Portal hat zum Ziel, potentielle Risiken in der Wertschöpfungskette für die wichtigsten Exportprodukte aus der Türkei - getrocknete Aprikosen, Sultaninen, Haselnüsse und getrocknete Feigen - aufzuzeigen. Dem Motto folgend „man sieht nur, was man weiss“ kann diese Information dazu beitragen, die Lieferkette besser kennenzulernen und mögliche Gefahrenquellen rechtzeitig mit den Partnern anzusprechen. 1sayfa
  • 2. Überblick über die Hauptexportprodukte aus ökologischem Landbau

    Überblick über die Hauptexportprodukte aus ökologischem Landbau
    Die Türkei hat in Bezug auf die Öko-Produktion klare Wettbewerbsvorteile: die Erzeugnisse sind optimal an die klimatischen Verhältnisse angepasst und in den ländlichen Regionen stehen ausreichend Arbeitskräfte für die arbeitsintensiven Erntearbeiten zur Verfügung. Die Hauptexportprodukte in ökologischer Qualität sind Haselnüsse, getrocknete Feigen und Aprikosen sowie Sultaninen. Aber auch andere Früchte gewinnen zunehmend an Wichtigkeit, wie z.B. Erdbeeren, Äpfel, Kirschen und Granatäpfel. Ökologisch produzierte Baumwolle ist ebenfalls ein Wachstumsmarkt, da eine große und zunehmende Nachfrage nach Ökotextilien auf dem Weltmarkt besteht. Auch verschiedene Gemüse und Ackerkulturen werden in der Türkei für den Export produziert, doch liegt deren ökonomischer Wert noch um einiges tiefer als die oben genannten Produkte. Wichtige Nischenprodukte sind Kichererbsen, Linsen, Sesam und Kapern. In erster Linie für den heimischen Markt werden Oliven und Reis in ökologischer Qualität produziert.
     
    Die Türkei verfügt bisher noch nicht über ausreichend verifizierte Daten zum Handel mit Öko-Produkten. Gemäß der Einschätzung von ETO liegen die Exportwerte in Realität 4 bis 6 Mal höher, je nach Produkt! Die in der Grafik angegebenen Zahlen müssen daher mit Vorsicht betrachtet werden.
     
    Zusätzlich zur geographischen Nähe zu Europa hat die Türkei den Vorteil, über verschiedene Regionen mit unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen zu verfügen bei einem gleichzeitig relativ niedrigen Kostenniveau. Das macht die Türkei insbesondere wettbewerbsfähig für arbeitsintensive Produkte wie getrocknete Aprikosen und Feigen, Sultaninen und Haselnüsse.
     
    Chancen und Herausforderungen des Öko-Sektors
    Chancen Herausforderungen
    + Ausgezeichnete Bedingungen für den ökologischen Anbau einer breiten Palette von Produkten
    + Tiefe Lohnkosten, speziell in ländlichen Gebieten
    + Gute Infrastruktur (öffentliche und private)
    + Geographische Nähe zum Europäischen Markt
    + Konformität der Türkischen Öko-Gesetzgebung mit der EU-Gesetzgebung
    + Unterstützung des ökologischen Landaus durch die Regierung
    - Kleinstrukturierte landwirtschaftliche Strukturen
    - Tiefes Ausbildungsniveau vieler Erzeuger
    - Limitierter Zugang zur Beratung in der Landwirtschaft, insbesondere für den Öko-Landbau
    - Zum Teil fehlende Integration von Akteuren entlang der Wertschöpfungsketten (für Qualitätssicherung und Eindämmen von Kontaminationsrisiken)
    - Risiko der Kontamination mit Pestiziden durch Abdrift
  • 3. Entwicklung und Stand des Ökologischen Landbaus in der Türkei

    Entwicklung und Stand des Ökologischen Landbaus in der Türkei
    Die Geschichte des ökologischen Landbaus in der Türkei ist eng mit dem Exportgeschäft verknüpft. Es waren europäische Importunternehmen, die in den 1980er Jahren begannen Produkte in der Türkei zu sourcen und zusammen mit türkischen Partnerfirmen ökologische Anbauprojekte zu initiieren. Schon bald wurden verschiedene internationale Kontrollstellen aktiv, die sich später mit eigenen Firmen in der Türkei etabliert haben (IMO, Ecocert, BCS, Skal u.a.). 1992 wurde mit ETO der erste türkische Verband gegründet, der den Öko-Sektor umfassend repräsentiert. Seit 1994 besitzt die Türkei eine nationale Öko-Gesetzgebung, die mit der EG-Öko-Verordnung harmonisiert ist und fortlaufend angepasst wird. Trotz aller Anstrengungen hat es die Türkei bis Ende 2016 nicht geschafft auf der EU-Drittlandliste aufgeführt zu werden – ein Meilenstein, der das Exportgeschäft mit der EU beträchtlich vereinfachen und die Kosten senken würde. sayfa6




















    Öko-Gesetzgebung und Logo
    7sayfaDas Türkischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung (MoFAL) fördert die nachhaltige Nutzung der landwirtschaftlichen und ökologischen Ressourcen und stellt die Versorgung der Bevölkerung mit sicheren und qualitativ hochstehenden Nahrungsmitteln sicher. Als Aufsichtsbehörde für den Öko-Landbau ist das MoFAL dafür zuständig, dass die Türkische Öko-Verordnung umgesetzt wird und ist verantwortlich für die Zulassung und Überwachung der Kontrollstellen. Mehr Information unter: http://www.tarim.gov.tr/Sayfalar/Eng-1033/Anasayfa.aspx http://www.tarim.gov.tr/Sayfalar/Eng-1033/Anasayfa.aspx




    Die Türkische Öko-Gesetzgebung und deren Umsetzung hat sich stetig entwickelt in den letzten 20 Jahren:
    • 1994 – Veröffentlichung der ersten nationalen Richtlinien zum ökologischen Landbau
    • 2004 – Veröffentlichung der nationalen Gesetzgebung zum Öko-Landbau
    • 2005 – Veröffentlichung der Umsetzungsverordnungen “Prinzipien und Anwendung des Ökolandbaus”, angelehnt an die EG-Öko-Verordnung Nr. 2092/91
    • 2010 – Veröffentlichung der Umsetzungsverordnungen “Prinzipien und Anwendung des Ökolandbaus”, angelehnt an die neuen EU-Richtlinien 834/2007, 889/2008, 710/2010
    • 2011 – Gründung einer eigenen Abteilung für Gute Landwirtschaftliche Praxis und Ökologischer Landbau innerhalb des MoFAL
    • 2015 – Überarbeitung der nationalen Gesetzgebung zum Öko-Landbau und der entsprechenden Richtlinien.

    Bis Ende 2016 war die Türkei noch nicht in die EU-Drittlandliste aufgenommen (Annex III der Verordnung (EC) Nr. 1235/2008)

    Das Türkische Öko-Logo
    Das staatliche Öko-Logo, welches dem Türkischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung (MoFAL) untersteht, ist verpflichtend auf allen Erzeugnissen zu verwenden, welche gemäß dem türkischen Öko-Gesetz (Nr. 5262, veröffentlicht am 01.12.2004) produziert wurden. Das MoFAL schreitet im Falle einer missbräuchlicher Verwendung ein und hat dazu entsprechende Sanktionen definiert. Im Jahre 2016 waren ca. 62’000 zertifizierte Betriebe – Produktions- und Verarbeitungsbetriebe plus Handelsfirmen – zur Nutzung des Logos autorisiert.
    Das Logo kann in drei graphischen Ausführungen verwendet werden:
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  • 4. Wertschöpfungsketten für Öko-Produkte in der Türkei

    Wertschöpfungsketten für Öko-Produkte in der Türkei
    Der Geschäftserfolg mit Produkten aus ökologischem Landbau häng stark mit der Ausgestaltung der Wertschöpfungsketten zusammen: diese sollten so konzipiert sein, dass sie aggregierend wirken und genügend Produktvolumen für den Export generieren können. In der Türkei, in der vor allem kleinbäuerliche Strukturen vorherrschen, kommen Erzeugergruppen und regionalen Zwischenhändlern dabei eine besondere Rolle zu. Im ökologischen Landbau sind Partnerschaftsmodelle am geeignetsten um die Rückverfolgbarkeit der Ware bis zum Ursprung sicherzustellen. Aber auch generische Modelle können gut funktionieren, wenn Erzeugergruppen und der Zwischenhandel professionell aufgestellt und gut vernetzt sind.

    Entscheidend für ein erfolgreiches “Partnerschaftsmodell” ist die vertrauenswürdige Zusammenarbeit zwischen Importeur und Exporteur. Beide Partner müssen bereit sein kritische Information auszutauschen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Die Erfahrungen der Firma Worlée Naturprodukte GmbH zeigen, dass solche Kooperationen die Risiken für Qualitätsprobleme senken können.
    Mehr Details über die Firma Worlée und ihre Erfahrungen in der Türkei erfahren sie auf der nächsten Seite.
  • 5. Verantwortlichkeiten und Funktionen innerhalb von integrierten Wertschöpfungsketten

    Verantwortlichkeiten und Funktionen innerhalb von integrierten Wertschöpfungsketten
    Integrierte Wertschöpfungsketten zeichnen sich durch eine enge Zusammenarbeit der Akteure aus, sowie durch eine effiziente, marktorientierte Ausrichtung mit dem Ziel, gemeinsam einen optimalen Mehrwert zu generieren.
    • Internationaler Käufer
    Ausländischen Firmen sollte bewusst sein, dass für ein erfolgreiches Sourcing von Öko-Produkten eine enge Zusammenarbeit mit einer Partnerfirma aus der Türkei oberstes Gebot ist. Neben der vertraglichen Festlegung von Mengen, Qualitäten und Qualitätssicherungsmassnahmen, sollte auch eine gemeinsame, lieferkettenübergreifende Qualitätsstrategie mit entsprechenden Unterstützungsmaßnahmen definiert und umgesetzt werden. Dabei sollten die Erzeuger als ebenbürtige Partner angesehen werden, die entsprechende Unterstützung, z.B. in Form von Aus- und Weiterbildungsaktivitäten, dem Zugang von im ökologischen Landbau erlaubten Hilfsmitteln oder der Vorfinanzierung der Ernte erhalten. Strategisch gesehen, sollte der internationale Käufer die Veränderungen im Markt antizipieren und mit entsprechenden Vorschlägen darauf hinarbeiten, Innovationen auf Stufe Produktion und Verarbeitung anzudenken und umzusetzen, um eine optimale Produktqualität auch längerfristig zu garantieren.
    • Türkische Verarbeiter als Partnerbetrieb
    Für internationale Käufer ist es unabdingbar, eine vertrauenswürdige Partnerfirma in der Türkei zu haben, weil diese in der Regel nicht nur die Verarbeitung übernimmt, sondern auch die landwirtschaftlichen Erzeuger organisiert, über Verträge zur Einhaltung der ökologischen Anbaurichtlinien verpflichtet und deren Einhaltung überwacht. Somit haben diese Firmen nicht nur ein Öko-Zertifikat für die eigene Verarbeitung und/oder Exportaktivitäten, sondern sind auch im Besitz des Zertifikats für die Rohware, da sie die externe Öko-Kontrolle und Zertifizierung für die Erzeuger beauftragen und bezahlen. Die Firma übernimmt damit eine wichtige Koordinationsrolle und stellt eine reibungslose Zusammenarbeit mit den Erzeugern sicher.
    • Landwirtschaftliche Erzeuger
    Aufgrund der kleinbäuerlichen Strukturen ist eine grosse Zahl von Bauern für das Erreichen der Exportmengen notwendig. Sind diese informell in Erzeugergruppen, oder Kooperativen organisiert, vereinfacht das die Arbeit für die aufkaufende Firma, weil mit weniger Ansprechpersonen kommuniziert werden muss. Um aber für jeden einzelnen Bauern die Einhaltung der ökologischen Produktionsvorschriften sicherzustellen, ist die Installation eines entsprechenden Beratungssystems unumgänglich – wenn möglich tatkräftig mitgetragen und mitfinanziert von den Abnehmern und allenfalls des internationalen Käufers. Vertraglich gebundene Zwischenhändler können hier oft sehr wertvolle Dienste leisten.

    Erfahrungen von Worlée NaturProdukte GmbH in der Türkei
    Die Firma Worlée wurde 1851 gegründet 1851 und ist seit mehr als 150 Jahre im Handel von chemischen und natürlichen Rohstoffen für den Food- und Kosmetikbereich tätig. Über viele Jahre hat das Unternehmen ein internes Qualitätssicherheitssystem entwickelt, welches heute ein zentrales Element von Worlées Geschäftserfolg ist. Dieses bezieht explizit die anderen Akteure der Wertschöpfungskette ein, um so optimale Bedingungen für die Beschaffung zu generieren – auf der Grundlage von soliden Partnerschaften! Für Öko-Produkte und die Türkei ist das besonders wichtig, um Kontaminationsrisiken vorzubeugen.

    Klicken Sie auf das Bild um direkt von Dr. Nobert Kolb, Qualitätsmanager der Worlée Naturprodukte GmbH, mehr zum Thema Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit zu erfahren.

  • 6. Öko-Zertifizierung und Kontrollstellen in der Türkei

    Öko-Zertifizierung und Kontrollstellen in der Türkei
    Um in der Türkei aktiv zu sein, benötigen Öko-Zertifizierungsstellen eine Zulassung durch das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung (MoFAL), sowie eine Akkreditierung durch die nationale Akkreditierungsstelle TÜRKAK. Im Jahr 2016 waren insgesamt 28 Kontrollstellen zugelassen, von denen auch mehrere von der EU als gleichwertig gemäß Verordnung (EU) No. 1235/2008 anerkannt sind. Mehr zum Thema Akkreditierung erfahren Sie unter: http://www.turkak.org.tr

    Mustafa Avci von der Kontrollstelle Ecocert-IMO Turkey arbeitet seit mehr als 20 Jahren im türkischen Öko-Sektor und ist mit den Verordnungen und Zertifizierungsprozessen bestens vertraut. Mit einem Mausklick auf das Foto können Sie mehr erfahren.

    Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in der Türkei
    Für Erzeuger von ökologischen Produkten ist es essentiell zu wissen, welche Betriebsmittel – Dünger, Bodenverbes-serer, Pflanzenschutzmittel u.a. – im Öko-Landbau eingesetzt werden dürfen und unter welchem Handelsnamen sie erhältlich sind. In Ländern wie Deutschland, der Schweiz und Österreich werden solche ökologische Betriebsmittel-listen jährlich von Experten zusammengestellt und unterstützen damit die Bauern bei der korrekten Umsetzung der ökologischen Richtlinien. Im Rahmen der „Deutsch-Türkischen Zusammenarbeit Ökologische Landwirtschaft“ wurde 2015 erstmals eine Liste der zugelassenen Betriebsmittel für den Öko-Landbau in der Türkei zusammengestellt. Der ETO Verband hat sich zum Ziel gesetzt, diese Liste zu vervollständigen und zukünftig herauszugeben.
    ETO entwickelt derzeit eine Online-Datenbank für die ökologische Betriebsmittelliste, die über die ETO Webseite abrufbar ist.
  • 7. Kontaminationsrisiken und Präventionsmaßnahmen

    17sayfa Kontaminationsrisiken und Präventionsmaßnahmen
    Pestizidrückstände sind ein wichtiges Thema für den Import von türkischen Öko-Produkten. Je nach Produkt bestehen unterschiedliche Risiken: intensive Kulturen wie Sultaninen und Aprikosen sind stärker gefährdet, als beispielsweise Feigen, die extensiv produziert werden. Folgende Faktoren können zu Pestizidrückständen im Endprodukt führen:
    • Abdrift
    Im konventionellen Landbau werden Pestizide intensiv eingesetzt. Deshalb ist die Gefahr beträchtlich, dass durch Abdrift von nahegelegenen konventionellen Flächen Spritzmittelrückstände auch auf ökologisch bewirtschaftete Parzellen gelangen. -> Wenn möglich sollten ökologische Flächen isoliert sein von konventionellen Flächen. Hohe Hecken und Absprachen mit konventionellen Nachbarn bezüglich Spritzzeitpunkt und –technologie etc. können das Kontaminationsrisiko reduzieren.
    • Ignoranz und fehlendes Wissen
    Da ein Grossteil der Öko-Produkte von Kleinbauern produziert wird ist das Ausbildungsniveau niedrig und die Prinzipien des ökologischen Anbaus werden oftmals nicht richtig verstanden. Damit erhöht sich das Risiko, dass Bauern spontan zu unerlaubten Pestiziden greifen, wenn sie mit Schädlingsbefall konfrontiert werden. -> Käuferfirmen müssen ein funktionierendes Beratungs- und Überwachungssystem implementieren. Verstösse sind zu sanktionieren. Trainingsprogramme für die Erzeuger sollten die folgenden Bereiche abdecken: Bodenbearbeitung, Schädlings- und Krankheitsbekämpfung, adäquate Ernte und Nachernteverfahren inklusive Lagerung.
    • Kontaminierte Geräte und Maschinen
    Unter den Kleinbauern ist es üblich, dass man sich gegenseitig Geräte ausleiht. Werden diese für konventionelle Zwecke genutzt, besteht ein beträchtliches Kontaminationsrisiko. Besonders heikel sind Spritzgeräte, aber auch Gefäße, welche bei der Ernte und Lagerung zum Einsatz kommen (Plastikfolien, Sammelbehälter, Lagerkisten etc.). -> Der Einsatz von fremden Geräten muss gut überwacht werden. Idealerweise sind nur Geräte und Maschinen zu benutzen, die ausschließlich für die Öko-Produktion verwendet werden!
    • Vermischung mit konventioneller Ware
    Die Nutzung von Räumlichkeiten, in denen auch konventionelle Produkte gelagert oder verarbeitet werden, stellen ein hohes Risiko dar, selbst wenn diese gut gereinigt werden. Je länger und komplexer die Lieferkette ist, umso mehr Stufen durchläuft das Öko-Produkt und damit erhöht sich das Risiko einer Vermischung mit konventioneller Ware. -> Die Lieferketten sollten möglichst kurz gehalten und die Infrastruktur – wenn immer möglich - ausschliesslich für Öko-Ware genutzt werden. Lieferketten müssen so organisiert sein, dass die Verantwortung klar zugewiesen ist und alle Beteiligten ihre Aufgaben im Rahmen des Qualitätssicherungssystems kennen und entsprechend danach handeln. Rückverfolgbarkeit gewährleisten Da sich die Exportchargen in der Regel aus der Rohware vieler Einzelerzeuger zusammensetzen, ist die Installation eines durchgängigen Rückverfolgbarkeitssystems besonders wichtig. Dies aus den folgenden zwei Gründen:
    • Die Produktherkunft kennen
    Ein wichtiges Prinzip der ökologischen Zertifizierung ist die Rückverfolgbarkeit eines Produktes bis zum Produzenten und eine damit garantierte Trennung des Warenflusses von konventionellen Produkten auf allen Stufen der Lieferkette. In diesem Sinne ist die angestrebte Rückverfolgbarkeit ein Schlüsselelement zur Qualitätssicherung. So können im Fall von positiv getesteten Proben die Chargen bis zum einzelnen Erzeuger oder der Erzeugergruppe zurückverfolgt und entsprechende Massnahmen ergriffen werden.
    • Betrügereien verhindern
    Öko-Zertifikate werden für eine definierte Produktmenge ausgestellt, die auf Ernteschätzungen beruhen. Sind die Erträge geringer als angenommen, z.B. aufgrund von Witterungseinflüssen, besteht die Gefahr, dass in betrügerischer Absicht konventionelle Ware zugekauft wird. Auch hier ist ein lückenloses Rückverfolgbarkeitssystem Voraussetzung, dass solche Machenschaften aufgeklärt bzw. verhindert werden.
  • 8. Links